Dr. Bücker
 
 
 
rss
 
aktuell
 
Abseits  |  15. Oktober 2008  |  Keine Kommentare  >>
Der arme kleine Mann wird panisch!

Besonders in der letzten Zeit fiel auf, dass bei Krisen oder Sicherheitslücken immer der Verbraucher bzw. der kleine Mann derjenige ist, dessen Hab und Gut in Gefahr ist oder droht ausspioniert zu werden. Muss man Angst um seine Daten und sein Geld haben?
 
1. Die deutsche Telekom musste erneut eine Sicherheitslücke in ihren Kundendatenbanken schließen und damit wiederum zugeben, dass diese Kundendaten bei ihnen nicht sicher aufgehoben sind. Das Schließen dieser Sicherheitslücke war die Reaktion auf die Recherchen des „Spiegels“. Diesen Recherchen nach konnten sensible Daten von mehr als 30 Millionen Handykunden inklusive der dazugehörenden Bankdaten ohne allzu großen Aufwand von jedem PC, der über einen Internetzugang verfügt, eingesehen und sogar verändert werden. Es waren Veränderungen verschiedenster Art möglich. Sowohl eine Sperrung, als auch die Veränderung des Tarifs oder sogar das Anlegen einer neuen Einzugsermächtigung waren möglich. Diese Krise soll nach Angaben der Telekom nun behoben sein und dass Sicherheitssystem verstärkt worden sein, indem nun jeder Kunde, der eine Änderung der oben genannten Art vornehmen möchte, vor der Änderung eine Transaktionsnummer per sms erhalten soll.
Rene Obermann kündigte als Konsequenz an, ein Vorstandsressort für die Kundendaten zu schaffen. In Berlin waren es gestern schon 15000 Menschen, die gegen die Vorratsspeicherung demonstrierten.
 
Dies ist aber kein Einzelfall von Unsicherheiten mit dem Umgang von Kundendaten. Hier muss der Kunde gewarnt sein und vorsichtig mit der Weitergabe seiner Daten verfahren. Aber was soll er tun, kein Handy benutzen und keine Verträge mehr schließen? Dies scheint unmöglich.
 
2. Auch die Bankkrise wird bei vielen als Angriff auf das Sparguthaben des kleinen Mannes und somit als Angriff auf den Verbraucher gesehen. Viele Menschen sehen ihr Hab und Gut mit dem Bankrott vieler Banken in Amerika auch bei sich in Gefahr.
Aber wo liegt das Problem der Banken? Das Problem liegt darin, dass es jahrzehntelang üblich war, dass sich die Kreditinstitute kurzfristig Geld liehen. In der jetzigen Zeit der Finanzkrise schwindet allerdings das Vertrauen in die anderen Geldinstitute und daher stellen sich diese auch keine gegenseitigen Kredite mehr zur Verfügung. Somit kommt manche Bank zeitweise in Liquiditätsprobleme. Eine Lösung ist hier noch nicht gefunden, aber der Staat könnte hier mit verschiedenen Mitteln eingreifen, wie z.B. dem Zur Verfügung stellen von Mitteln für eine gewisse Zeit. Aber was soll der Bürger tun, der in dieser Zeit Angst um sein Sparguthaben hat? Soll er zur Bank und alles abheben? Der Satz mancher älterer Leute, wie man ihn schon mal öfter hört, „Ich bringe mein Geld nicht zur Bank, die haben schon genug von mir“, bekommt in diesen Zeiten eine ganz neue Bedeutung. Aber in Panik sollte man in dieser Zeit nicht verfallen. Nur Hysteriker oder ein Spießer manch linker politischer Gesinnung, der dem Kapitalismus den Rest geben will, folgt dieser Taktik und heben alles ab. Ob die Bürgschaft der Kanzlerin sicherer ist als die Rente, dass weiß man nicht, aber eines ist sicher, jetzt die Massen dazu aufzufordern ihr Geld von der Bank zu holen, ist der falsche Weg, der die Krise nur noch verschärft, anstatt abzuwarten bis sich der Markt wie nach allen Krisen wieder beruhigt.
 
3. Fazit: In der momentanen Zeit ist durchaus Vorsicht geboten, besonders bei der Weitergabe der Kundendaten. Panik muss allerdings nicht ausbrechen, da jede Krise sowohl einen Anfang als auch ein Ende hat.


Quelle: Welt am Sonntag vom 12.10.2008

 Druckversion     Weiterempfehlen     Kommentarfeed

Facebook  twitter  Mr. Wong  Webnews  Oneview  Linkarena  Newskick  Folkd  Yigg  Digg  Del.icio.us  Slashdot  Google  Blinklist  Technorati  Newsvine 


kommentare

 
 
partner



partner

elbelaw
IT-Blawg
JuraBlogs
Markenblog
Medien Internet und Recht
Sportrecht
Vertretbar Weblawg
e-news
 
topthemen
angaben  anspruch  bgh  beklagte  beklagten  bundesgerichtshof  daten  fall  frage  gericht  internet  klage  kläger  klägerin  kosten  kunden  landgericht  nach  nutzung  quelle  recht  seite  urteil  verbraucher  werbung