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Urheberrecht  |  07. Juli 2008  |  Keine Kommentare  >>
Kein urheberrechtlicher Schutz des Kölner Doms im „Second life“

Im Urteil vom 21.04.2008 – Az.: 28 O 124/08 hat das LG Köln einen urheberrechtlichen Schutz eines Werkes im „Second life“ verneint, weil keine schöpferische Leistung erkennbar ist.

1. Das Second life“ ist den meisten bekannt. Dort wird versucht eine zweite Welt zu schaffen, die der echten teils detailgetreu gleichen soll. Auch die Stadt Köln sollte nun im „Second life“ vertreten sein. Besonders das Wahrzeichen der Stadt Köln, der Dom, sollte detailgetreu und realistisch anmutend dargestellt werden.

2. Ein bitterer Beigeschmack des Second life ist, dass es oftmals urheberrechtliche Probleme mit sich bringt. Denn auch im „Second life“ können urheberrechtlich geschützte Werke entstehen, wenn sie den Werkarten des § 2 UrhG zugeordnet werden können.
Auch im Fall des Kölner Doms kam es am Ende zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung über die Urheberrechte an dem Werk. Das Team, welches den Kölner Dom digitalisieren sollte, bestand aus einer Kommunikationsagentur, einem Softwareberater und einer Beraterin für „Umsetzung von Maßnahmen und Projekten in virtuellen Welten“. Das 3-D Modell gelangte schlussendlich ins „Second life“. Allerdings stritt man sich dann darum, wer nun die Urheberrechte an diesem „Werk“ hat.

3. Klägerin im vorliegenden Fall ist die Beraterin für Umsetzung von Maßnahmen und Projekten in virtuellen Welten. Ihrer Aussage nach hat sie allein das Urheberrecht am virtuellen Dom. Im Urteil heißt es zur Aussage der Klägerin:
 
„Durch die Wahl von Schattierungen und Helligkeiten und die Farbwahl habe die Geschäftsführerin der Verfügungsklägerin eine unabhängig vom realen Dom bestehende Atmosphäre geschaffen, wodurch die majestätische Baukunst unterstrichen worden sei. Auch seien durch die Neuschaffung Blickwinkel ermöglicht worden, die vorher und auch in Realität nicht bestanden hätten und bestünden“.

4. Die Beklagten setzten dem entgegen, dass es gerade sie seien, die die geometrischen Elemente des Objekts entworfen haben. Des Weiteren seien in einer späteren Bauphase die von der Klägerin mitbearbeiteten Texturen mit deren Wissen durch Texturen vom Verfügungsbeklagten (dem Berater) ersetzt worden. Daher läge das Urheberrecht auf ihrer Seite.

5. Das Gericht wies die Klage ab und verneinte in seinem Urteil eine persönliche geistige Schöpfung. Allerdings nicht, weil das Objekt nur virtuell besteht und nicht greifbar war, sondern weil hier keine ausreichende durch Sprache, Bild und Ton vermittelte Aussage getätigt wird, die eine schöpferische Leistung konstituiert.

6. Fazit:
Damit stellt das Gericht klar, dass das Urheberrecht immer nur dann greift, wenn das Werk im Ergebnis eine persönliche Geistige Schöpfung mit entsprechender Schöpfungshöhe ist. Reine Arbeitsleistung wird vom Urheberrecht nicht erfasst.

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